Tierhalterhaftung: Trifft den Halter ein Mitverschulden, wenn er seinen Hund retten will?

Ein freilaufender Schäferhund packt eine Malteserhündin, schüttelt sie und lässt nicht mehr los. Ihre Halterin greift ihm ans Maul, befreit ihr Tier und verletzt sich dabei so stark an der Hand, dass sie auch Monate später noch die Folgen des Angriffs spürt. Das OLG Frankfurt a. M. hatte zu klären, ob die Halterin des Schäferhunds Schmerzensgeld zahlen muss und ob die Rettungsaktion der Malteserhündin den Anspruch mindert.

Weiterlesen
Darf eine Lehrerin einen gewalttätigen Neunjährigen festhalten?

Ein Neunjähriger schlägt und tritt um sich, wirft mit Gegenständen und bespuckt seine Lehrerin. Sie hält ihn an den Armen fest und führt ihn aus dem Klassenraum – woraufhin der Schüler, vertreten durch seine Eltern, gerichtlichen Schutz vor ihr verlangt. Das VG Düsseldorf zeigt, wann Lehrkräfte trotz des Züchtigungsverbots körperlich eingreifen dürfen und zum Schutz anderer Schüler sogar handeln müssen.

Weiterlesen
Rechtswahl im Arbeitsvertrag: Wann deutsches Recht nicht gilt

Im Arbeitsvertrag steht eindeutig: Es gilt deutsches Recht. Doch der Arbeitnehmer arbeitet seit Jahren fast ausschließlich im Homeoffice in den Niederlanden. Als ihm seine deutsche Arbeitgeberin während einer Arbeitsunfähigkeit kündigt, stellt sich eine entscheidende Frage: Kann eine Rechtswahlklausel den Schutz des niederländischen Arbeitsrechts ausschließen?

Weiterlesen
Drei Jahre Messerverbot: Reicht die polizeiliche Generalklausel?

Die Polizei verbietet einem jungen Mann für drei Jahre, in drei Städten Messer und bestimmte andere gefährliche Gegenstände in der Öffentlichkeit mitzuführen. Doch darf sie ein so weitreichendes Verbot auf die polizeiliche Generalklausel stützen? Das OVG NRW prüft dabei Gesetzgebungskompetenzen, Wesentlichkeitstheorie und die Bedeutung eingestellter Strafverfahren für die Gefahrenprognose.

Weiterlesen
Der BGH zum Konkurrenzverhältnis von § 224 I Nr. 2 StGB zu § 226 StGB

Ein Mann ohne medizinische Ausbildung entfernt sechs Menschen auf deren ausdrücklichen Wunsch die Hoden. Dabei verwendet er unter anderem ein Skalpell. Der Fall beschäftigt schließlich den BGH und wirft eine examensrelevante Frage auf: Steht die gefährliche Körperverletzung gemäß § 224 I Nr. 2 StGB in Tateinheit mit der schweren Körperverletzung gemäß § 226 StGB oder tritt sie im Wege der Gesetzeskonkurrenz zurück? Der 2. Strafsenat nimmt die bisherige Rechtsprechung unter die Lupe.

Weiterlesen
OLG München zur Auslegung einer Übernahmepflicht

Was bedeutet es, wenn ein Vertrag die Übernahme des „Lagerbestands“ bei Beendigung der Geschäftsbeziehung vorsieht? Das OLG München musste klären, ob davon auch alte Lagerbestände erfasst sind und wann ein Abnehmer durch eine Zuviellieferung in Annahmeverzug gerät. Im Mittelpunkt stehen damit die Vertragsauslegung nach §§ 133, 157 BGB, das ordnungsgemäße Angebot nach § 294 BGB und die Folgen des Annahmeverzugs für § 326 BGB.

Weiterlesen