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Examensreport: StR 1. Examen April 2019 in NRW

erschienen am 28. May 2019

Sachverhalt (beruht auf einem Gedächtnisprotokoll)

 

A befindet sich in Geldnot. Um seine finanzielle Situation also zu verbessern, beschließt er zusammen mit seinem Komplizen B, den 11-jährigen Sohn (S) des Millionärs V zu entführen und Lösegeld zu fordern. Sodann lauert der A dem S auf und schlägt ihn von hinten mit einem gezielten Schlag nieder, sodass der S bewusstlos wird. Um den S Fortzuschaffen, trägt A den Jungen zum Auto, packt ihn in den Kofferraum und fährt mit dem Auto zu einer nahegelegenen Hütte in einen Wald. Der S ist die ganze Zeit bewusstlos, hiervon geht der A auch aus. An der Hütte wartet bereits der B. A und B schließen den S in die Hütte ein. Nach kurzer Zeit kommt der S hier wieder zu sich. A und B verpflegen den S abwechselnd. Eine Woche später meldet sich der A, wie vorher mit B abgesprochen, bei dem V und verlangt von diesem 1 Mio EUR, wenn dieser seinen Sohn lebend wiedersehen möchte. Die Übergabe des Geldes sowie die Freilassung des Jungen sollten auf einer Lichtung in der Nähe der Hütte stattfinden.

Der V reagiert jedoch anders als erwartet. Er entscheidet sich, das Lösegeld nicht zu zahlen. Vielmehr lässt er eine Aufnahme im Fernsehen veröffentlichen, in der er 1 Mio EUR „Kopfgeld“ an denjenigen verspricht, der ihm den Täter „tot oder lebendig“ bringt.

Daraufhin bekommt es der B mit der Angst zu tun. Er eilt zur Hütte und lässt den S laufen. Der S, der um sein Leben fürchtet, eilt in den Wald hinein, stolpert und stürzt in eine Schlucht. Er stirbt sofort.

Der A ist trotz der Aufforderung des V entschlossen an seinem Plan festzuhalten, denn von dem Alleingang des B hat A nichts mitbekommen. Den V möchte A also erneut kontaktieren und hierbei an sein Mitgefühl appellieren, um so doch noch an das Lösegeld zu kommen. Als er zur Hütte geht, sieht er allerdings den Körper des S und ist erschrocken. Er erkennt jetzt, dass er sein Ziel, das Lösegeld von dem V zu bekommen, unter keinen Umständen erreichen kann. Daraufhin fällt A den Entschluss, den B zu töten. Er will anschließend die Leiche des B zum V bringen und erklären, er habe den B entdeckt, wie er den toten S begrub. Plangemäß tötet der A den B mit einer Schrotflinte. Bei der Tötung geht es dem A aber nicht vorwiegend darum, dass Kopfgeld zu erhalten, hauptsächlich will er nicht als Täter entdeckt werden.

Der A bringt die Köper des S und des B zum V. Der V ist von dem Anblick seines Sohnes zu tiefst erschüttert und händigt dem A das „Kopfgeld“ aus.

Wie haben sich A und V strafbar gemacht?


Bearbeitervermerk:

§ 140, § 225, § 240 StGB sind ausgeschlossen.

 

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