YouTuber und Influencer muss 480.000 Euro wegen Content zu illegalem Glücksspiel bezahlen

YouTuber und Influencer muss 480.000 Euro wegen Content zu illegalem Glücksspiel bezahlen

Glück im Spiel - Pech bei der Strafverfolgung

Gegen YouTuber und Influencer Ron Bielecki wurde ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe in Höhe von 480.000 Euro verhängt. Der 24-Jährige soll in vielen Fällen am illegalen Glücksspiel teilgenommen und dies beworben haben. Bitter: Die Höhe der Geldstrafe orientiert sich in erster Linie an seiner Prahlerei über sein Einkommen.

Worum geht es?

Dem umstrittenen YouTuber und Influencer Ron Bielecki könnte seine eigene Prahlerei nun zum Verhängnis werden: Weil er an illegalem Glücksspiel teilgenommen und dieses auf der Streamingplattform Twitch auch beworben haben soll, hat das AG Tiergarten auf Antrag der Berliner Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl gegen ihn erlassen. Besonders bitter ist für Ron Bielecki, dass sich die Strafverfolgungsbehörde bei der Festsetzung der Geldstrafe an den eigenen Aussagen des Internet-Stars orientierte. Der Strafbefehl lautet nun auf 480.000 Euro.

Verbotenes Streaming auf Twitch

Die Streaming-Plattform Twitch hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Tagtäglich schauen Millionen von Menschen ihren Lieblingsstreamern beim Zocken der unterschiedlichsten Spiele zu. Neben beliebten Abenteuer- und Actionspielen kann man allerdings auch sogenannte „Casinostreams“ schauen, also Liveübertragungen von Streamern, wie sie online ihr Glück versuchen. Dies ist nicht nur für die überwiegend jungen Menschen gefährlich – manche Streamer machen sich dabei sogar strafbar.

Daher muss sich aktuell auch der Influencer Ron Bielecki in Berlin verantworten. Der 24-Jährige ist durch Partyexzesse und provokante Auftritte im Netz und in der Öffentlichkeit berühmt geworden. Wie die zuständige Staatsanwaltschaft Anfang Februar mitteilte, habe der YouTuber von Oktober 2021 bis Mai 2022 51 Mal an illegalen Glücksspielen bei Online-Casinos teilgenommen, jedenfalls 37 Mal habe er auf den von ihm betriebenen Kanälen auch Werbung dafür gemacht. In diesem Zeitraum soll er auf der Online-Plattform „Stake“, die über keine Lizenz in Deutschland verfügt, hohe Summen verspielt haben – vor seinen knapp 130.00 Twitch-Followern.

Strafhöhe orientiert an Prahlerei

Die Gesamtgeldstrafe für die 51 Taten der Beteiligung an einem öffentlichen Glücksspiel (§ 285 StGB), wovon 37 Fälle in Tateinheit mit Werbung für öffentliches Glücksspiel (§ 284 IV StGB) stehen sollen, beläuft sich der Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft zufolge auf insgesamt 120 Tagessätze – mit einer Tagessatzhöhe von 4.000 Euro, was eine Geldstrafe von 480.000 Euro ergibt. Bitter ist für den YouTuber dabei insbesondere folgende Aussage der Strafverfolgungsbehörde:

Grundlage dafür [die Berechnung] waren die Bekundungen des Angeschuldigten […] zur Höhe seiner Einnahmen in sozialen Medien, bei denen zu seinen Gunsten noch ein Abschlag vorgenommen wurde.

Denn Bielecki ist dafür bekannt, sich mit teuren Uhren, Klamotten und Autos im Netz zu präsentieren. Auch in Livestreams vor seinen Fans soll er sich in der Vergangenheit oft zu seinem Wohlstand geäußert haben. So ging etwa auch eine Szene viral, in der er bei einem Konzert einen Security-Mitarbeiter als „Geringverdiener“ betitelte und behauptete, er verdiene 300.000 Euro im Jahr. Und weiter:

Was verdienst du denn im Monat? 1.500 Euro? Die p*sse ich raus!

Wenig später entschuldigte sich der Influencer im Netz.

Ob ihm eine Entschuldigung vor dem Strafrichter weiterhelfen wird, bleibt hingegen abzuwarten. Der Strafbefehl ist nämlich noch nicht rechtskräftig, Bielecki soll Einspruch eingelegt haben. Ob er die 480.000 Euro Strafe noch abwenden kann, bleibt abzuwarten – auf sein Glück wie im Online-Casino dürfte er sich aber wohl diesmal nicht verlassen.

BlogPlus

Du möchtest weiterlesen?

Dieser Beitrag steht exklusiv Kunden von Jura Online zur Verfügung.

Paket auswählen