Im Hörsaal neben: Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Im Hörsaal neben: Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Sicherlich kennst du das berühmte Ballett „Der Nussknacker“, welches gerne in der Weihnachtszeit aufgeführt wird. Auch das Stück „Schwanensee“ ist weltbekannt oder das Klavierkonzert b-Moll von 1875. All diese Werke stammen von dem russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski.

Bereits mit vier Jahren erhielt Tschaikowski Klavierunterricht, den er zuvor selbst einforderte. Als seine Mutter ihn das erste Mal Tonleitern auf einem Klavier spielen ließ, konnte er direkt ein Stück nachspielen, das er zuvor gehört hatte. Seine Mutter erkannte daraufhin sein Talent und ließ es durch weiteren Klavierunterricht fördern.

Trotz seiner musikalischen Begabung bevorzugten die Tschaikowski‘s eine sichere Beamtenlaufbahn für ihren Sohn. Von 1850 bis 1859 studierte er Jura in Sankt Petersburg und arbeitete anschließend im Justizministerium. Ein angesehener Beruf, verbunden mit einem sicheren Einkommen war zu dieser Zeit wichtig – meist existenziell. Trotzdem entschied sich Tschaikowski 1862 gegen den Staatsdienst und für ein Musikstudium. Er trat in das Sankt Petersburger Konservatorium ein. Der Gründer des Konservatoriums, Anton Rubinstein, unterrichtete ihn sogar persönlich in Komposition und Instrumentation. Tschaikowski strebte mit großer Entschlossenheit danach, seine fehlenden Kenntnisse in der Komposition aufzuholen.

Ein Schritt, den seine Familienmitglieder nicht verstanden. Sein Onkel Peter bezeichnete ihn als einen „Nichtsnutz, welcher die Jurisprudenz mit dem Dudelsack vertauscht habe“. Besonders im 19. Jahrhundert waren die Eltern nicht begeistert, wenn dem eigenen Kind nach dem Jurastudium das Leben als freier Künstler doch mehr zusagte.

1866 zog Tschaikowski nach Moskau und fand dort Unterkunft bei Nikolai Rubinstein, der den mittellosen Musiker finanziell unterstützte und ihm eine Stelle als Dozent am Moskauer Konservatorium besorgte.

Während seiner Zeit in Moskau entstanden seine ersten erfolgreicheren Kompositionen, darunter die erste Sinfonie und die Ouvertüre Romeo und Julia. Der große Erfolg blieb jedoch aus. 1871 zog Tschaikowski aus Rubinsteins Wohnung aus. Er widmete sich weiterhin seiner Lehrtätigkeit am Moskauer Konservatorium und komponierte seine zweite Sinfonie sowie einige Opern, die auf geteilte Resonanz stießen.

In dieser Zeit entstanden auch die dritte Sinfonie und das Ballett Schwanensee, das 1877 unter schwierigen Umständen uraufgeführt wurde. Zu einem Klassiker des Balletts wurde das Stück erst nach Tschaikowskis Tod.

10 Jahre später entdeckte Tschaikowski sein Talent als Dirigent. Es folgten Konzerttourneen durch Europa, darunter Berlin, Prag und London, später auch Dresden, Köln und Frankfurt am Main. Im Rahmen einer Auslandstournee besuchte er 1891 Städte wie New York, Philadelphia und Baltimore. In dieser Zeit komponierte er jedoch weiterhin. So entstand u.a. das Ballett „Dornröschen“, die „Ouvertüre Hamlet“ und das Ballett „Der Nussknacker“.

Tschaikowski starb überraschend 1893 im Alter von 53 Jahren in Sankt Petersburg. Die genaue Todesursache konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Wahrscheinlich erkrankte er an Cholera. Tschaikowskis Grab befindet sich auf dem Tichwiner Friedhof am Alexander-Newski-Kloster in Sankt Petersburg.

Seine Kompositionen sind heute weltbekannt und werden in Theatern und Opern auf der ganzen Welt aufgeführt.

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