Die Hausarbeit im Jurastudium - Phase II

Die drei Phasen einer juristischen Hausarbeit - Phase II

Befindest Du Dich aktuell auch mitten in der Hausarbeitenphase? Vergraben unter einem Berg von juristischen Streitständen und neuen, bisher unbekannten Problemfeldern? Wir möchten Dir ein paar allgemeine Hinweise und wertvolle Tipps mit auf den Weg geben, damit Du den Überblick behältst und mit Deiner Hausarbeit trotz coronabedingter Einschränkungen voll durchstarten kannst.

Die Bearbeitung einer Hausarbeit kann allgemein in drei Phasen gegliedert werden: Das Loslegen, das Schreiben und die Korrektur. Die Zeiteinteilung erfolgt in dieser Beitragsreihe anhand einer verfügbaren Bearbeitungszeit von drei bis vier Wochen. In einem ersten Beitrag haben wir bereits die I. Phase - das Loslegen - besprochen. In diesem Beitrag möchten wir Dir die zweite der drei Phasen vorstellen: Das Schreiben.

 

II. Phase: Schreiben (2 – 3 Wochen)

Hast Du drei bis vier Wochen Zeit für die Hausarbeit, nimmt das Schreiben die meiste Zeit von zwei bis drei Wochen ein. In dieser Phase wird die bereits erstellte Gliederung abgearbeitet und mit Literatur „angedickt“. Dies geschieht, indem Du Dir vor allem für die kritischen Punkte Literatur heraus suchst. Dabei gehst Du regelmäßig von Deinem Standardwerk aus, das auf weitere Literatur verweist. Diese Fundstellen werden dann herausgearbeitet und ausgewertet und führen ggf. zu weiterer Literatur.

Die interessanten Funde solltest Du dann am besten als Stichpunkte einschließlich der Fundstellen in die Lösungsskizze notieren, am besten in der richtigen Zitierweise.

 

Beispiel: Hansen, Peter in JuS 2018, 234 (237).

Gelangst Du zu dem Punkt, dass die gefundene Literatur nur noch auf sich selbst verweist, kann das komplette Ausformulieren unter Verwendung der notierten Bausteine beginnen. Häufiger Fehler ist es, den Text nur anzusetzen, mit dem Gedanken, den Text zu einem anderen Zeitpunkt fortzuführen. Die Gefahr besteht hier darin, dass Du Dich dann immer wieder in diesen Teil einarbeiten und einlesen musst und damit wertvolle Zeit verlierst. Insgesamt muss insbesondere aufgrund des auf bestimmte Seitenzahlen begrenzten Umfangs der Ausarbeitung Unproblematisches kurz gehalten und mit wenigen Fußnoten versehen werden. Dahingegen muss Problematisches, das häufig den Schwerpunkt des Falles ausmachen wird, mit mehr Fußnoten verfeinert werden. Einige herausgearbeitete Gedanken, die ggf. erst später für die Ausarbeitung relevant werden könnten, können bereits an früherer Stelle ausformuliert und später an richtiger Stelle eingesetzt werden. Dadurch lassen sich solche Zufallsfunde besser konservieren.

Zudem ist in dieser Phase auch das richtige Zeitmanagement enorm wichtig. Die Gefahr ist zu groß, die Länge des Bearbeitungszeitraums zu überschätzen: Schnell verliert man sich in stundenlanger Recherche oder grübelt über einen problematischen Meinungsstreit. Manchmal ist auch genau das Gegenteil der Fall und man gönnt sich zwischendurch zu viele Pausen, weil der Abgabetermin ja vermeintlich noch so weit in der Ferne liegt. Die Zeit verstreicht aber schneller als Du denkst, sodass Du Dir am besten einen kleinen Zeitplan anfertigen solltest, in den Du zumindest grobe Zielvorgaben einträgst, die bis zu einem gewissen Datum erreicht sein sollen (z.B.: “Literaturauswertung bis Freitag, den 26.03.; Ansprüche des A bis Montag, den 29.03. usw.). Gleichwohl solltest Du natürlich auch auf genügend Ruhephasen achten und diese gezielt einplanen. Grundsätzlich gilt an dieser Stelle: Wenn der Kopf qualmt, man nicht mehr weiter weiß oder einfach nur noch genervt ist, Pause einlegen.

 

Checkliste II. Phase:

  • Gliederung abarbeiten und “andicken”

  • Literatur auswerten / Stichpunkte mit Fundstellen

  • Ausformulieren

  • Unproblematisches kurz / wenig Fußnoten

  • Problematisches lang / mehr Fußnoten

  • ggf. Zufallsfunde konservieren

Der dritten Phase - der Korrektur - widmen wir uns in einem gesonderten Beitrag.

Für das Recherchieren einzelner Problemfelder eignet sich die Recherche mit Hilfe eines Kommentars oder unseres Hausarbeitentools. Mit dem Hausarbeitentool kannst Du Deine Hausarbeit ganz bequem von zu Hause aus schreiben. Du hast hier die Möglichkeit beispielsweise nach Schlagworten zu suchen und Dich so gezielt zu Kommentaren oder relevanten Urteilen leiten zu lassen und kannst so Deine Hausarbeit auch ohne Präsenzbestand der Bibliothek einfach online schreiben:

Hier kommst Du zum Hausarbeitentool mit Zugang zur Juris Datenbank