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Sauklaue – was nun?

erschienen am 10. April 2014

 

Bist Du zufrieden mit Deinem Schriftbild in Deinen Klausuren?

Viele Examenskandidaten sind unzufrieden mit ihrer Schrift und haben die Befürchtung, dass dies zu einer schlechteren Note führt. Immerhin ist der Korrektor auch nur ein Mensch und das Auge liest mit. Solltest Du also als Teil Deiner Klausurvorbereitung an Deinem Schriftbild arbeiten?

Verbesserung des Schriftbild als Teil der Vorbereitung?

Klare Antwort: nein. Seine Schrift zu ändern ist ein langer Prozess, dessen Aufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis steht. Die Änderungen fallen – auch wenn man es selbst vielleicht anders sieht – aus der Außensicht vergleichsweise gering aus. Meistens schreibt man auch nicht schöner, sondern nur langsamer und schafft sich damit ein Zeitproblem, dass häufig selbst die Ursache für ein schlechteres Schriftbild ist. Im Übrigen kann der Fokus auf die eigene Schrift auch schnell von anderen Tugenden, wie Inhalt und Stil, ablenken.

Darüber hinaus gibt es keinen Grund, sein Schriftbild zu ändern. Ich selbst habe schon über 6000 Klausuren korrigiert und bisher alle Klausuren lesen können. Ich kenne keinen Korrektor, der eine Klausur wegen Unlesbarkeit nicht korrigieren konnte.

Heißt das jetzt, dass es nichts gibt, was man tun könnte oder sollte, um sein Schriftbild zu verbessern? Nein, das auch nicht. Die eigene Schrift wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, sodass – ohne besondere Bemühungen – eine gewisse Varianz besteht. Es geht also darum, innerhalb dieser Varianz das beste Bild zu produzieren.

Besseres Schriftbild durch das richtige Material

Äußere Faktoren wie Papier und Schreibgerät können Deine Schrift beeinflussen. Viele benutzen zum Beispiel kariertes Papier für ihre Übungsklausuren, obwohl im Examen üblicherweise kein kariertes Papier gestellt wird.

Bei kariertem Papier vermengen sich die Karostriche häufig mit dem Geschriebenen, sodass die Lesbarkeit herabgesetzt wird. Ein Bleistift, der im Examen nicht zugelassen ist, ist häufig zu blass, um gut lesbar zu sein.

Für einige Kandidaten ist ein Füllfederhalter das bessere Schreibgerät. Im Verhältnis zum Kugelschreiber lassen sich Schreibfehler mit einem Tintenkiller häufig besser entfernen als mit Tipex. Andererseits: Wer sehr klein schreibt und hart aufdrückt, hat häufig Probleme einen Füllfederhalter mit passender Feder zu finden. Ich selbst habe meine Examensklausuren mit einem Füllfederhalter geschrieben, den ich ein halbes Jahr eingeschrieben habe. Ob Blau oder Schwarz ist eher eine Frage des Geschmacks.

Stress und Zeitdruck beeinflussen Dein Schriftbild

Noch wichtiger für das Schriftbild ist die Vermeidung von Stressfaktoren. Ein Stressfaktor ist beispielsweise Zeitnot. In den meisten Klausuren leidet die Lesbarkeit der Schrift erst am Ende. Insofern ist das richtige Zeitmanagement viel wichtiger als die isolierte Arbeit am Schriftbild. Ein zweiter Stressfaktor ist, dass Du keine fertige Lösungsskizze hast und trotzdem schon in die Schreibphase gehst.

Wenn man während des eigentlichen Schreibens noch über die Lösung nachdenken muss, dann ist man abgelenkt und schreibt oft zunächst Dinge, die man sogleich bereut. Das sieht der Korrektor an den häufigen Durchstreichungen. Das ist für das Schriftbild viel schlimmer, als durch Abnutzung entstandene, natürliche Besonderheiten.

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