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Jura richtig lernen – ein Buch mit sieben Siegeln?

erschienen am 20. June 2013

Jetzt nicht mehr! Entscheidend für das erfolgreiche Lernen sind die Disziplinen „Wissen“ und „Können“, unerheblich, ob es um die Vorbereitung auf Semesterklausuren oder das Examen geht.

Qualität statt Quantität – Jura richtig lernen mit einer Quelle Deines Vertrauens

Das „Wissen“ bildet die Grundlage der juristischen Falllösung. Dabei ist zunächst die Verbindlichkeit des Lernens maßgeblich. Getreu dem Motto Qualität statt Quantität solltet Ihr dabei nicht blindwütig möglichst viele Quellen durcharbeiten, sondern Euch auf eine Quelle Eures Vertrauens (Lehrbuch, Skript, Jura Online) begrenzen. Diese ist dann auch keinesfalls Wort für Wort auswendig zu lernen. Konzentriert Euch darauf, die Grundstrukturen (z.B. Prüfungsreihenfolgen), Definitionen und Probleme herauszuarbeiten.

Die Erfahrung zeigt, dass es besonders effektiv ist, eigene Übersichten als Grundlage verbindlichen Lernens zu fertigen. Wichtig ist aber, dass diese nicht mehr als 3 – 6 Punkte samt Definitionen und einer eventuellen Problemzuordnung umfassen. Beim Lernen mit den Übersichten solltet Ihr darauf achten, dass Ihr den Gesamtüberblick nicht verliert. Das soll heißen, dass Ihr nicht nur stur den Inhalt runterbetet, sondern die Übersicht stets in den Gesamtkontext einordnet.

Jura richtig lernen mit der idealen Zeiteinteilung

Ein Problem beim verbindlichen Lernen bereitet nach meiner Erfahrung häufig die richtige Zeiteinteilung. Es lohnt sich am Anfang einen Blick in das Inhaltsverzeichnis oder ein übungsbegleitendes Skript zu werfen, um überhaupt den benötigten Zeitaufwand realistisch einschätzen zu können. Die so gefundenen Themen solltet Ihr dann ihrem Umfang entsprechend in Euren Zeitplan einpflegen.

Die Frage nach der richtigen Gewichtung und Zeiteinteilung stellt zugegebenermaßen eine große Herausforderung dar, bei der es zum einen auf Erfahrung und zum anderen auf einen umfassenden Überblick über den gesamten Studienstoff ankommt. Insofern rate ich Euch, die Dienste eines Repetitors oder ein vergleichbares Universitätsangebot in Anspruch zu nehmen. Auch mit Hilfe von Jura Online könnt Ihr Euch einen solchen validen Zeitplan erstellen.

Verbindlichkeit durch Wiederholungen

Die Verbindlichkeit des Wissens fordert darüber hinaus regelmäßige und gewissenhafte Wiederholungen. Nach jeder einzelnen Einheit (z.B. „Aufrechnung“) und am Ende eines jeden Abschnitts (z.B. Schuldrecht AT) solltet Ihr den jeweiligen Inhalt wiederholen und zwar nicht nur überblicksartig, sondern zu Einhundert Prozent.

Selbst wenn Ihr ab und an den Eindruck habt, Euer Gedächtnis gleiche einem Sieb, weil längst sicher geglaubtes Wissen plötzlich im Universum verschollen zu sein scheint, lasst Euch nicht entmutigen! Das ergeht jedem so. Da hilft nur regelmäßiges Auffrischen.

Das Verhältnis von “Wissen” und “Können”

Allerdings löst „Wissen“ allein keine Klausuren, vielmehr ist dazu ein operables Verhältnis zur Theorie, also „Können“, von Nöten. Dies ist sicher leichter gesagt als getan. Als Repetitor weiß ich, dass sich Studenten dabei oft selbst im Weg stehen. So gibt es insbesondere zwei problemträchtige Herangehensweisen. Als „den inneren Perfektionisten“ bezeichne ich denjenigen, der nach dem irrealen Ziel strebt, zunächst die Theorie zu beherrschen, und erst anschließend beginnt, Fälle zu lösen. Problematisch daran ist, dass dies eine Entfernung von der eigentlichen Prüfungsleistung bedeutet. So rate ich diesen „Perfektionisten“, den eigenen Anspruch anzupassen und dennoch mit der Falllösung zu beginnen, auch, wenn dies zunächst zu unbefriedigenden Ergebnissen führt.

Daneben gibt es noch das Problem eines „übersteigerten Sicherheitsbedürfnisses“. Damit meine ich diejenigen, die eine Fülle an Klausuren schreiben, um möglichst den eigenen Examensfall bereits gelöst zu haben. Dies ist aber unrealistisch und auch gefährlich, wenn sich die Kompetenz allein darauf beschränkt. Besser ist es, sich ein systematisches Verständnis anzueignen und einem methodischen Vorgehen zu folgen. Dann lässt sich problemlos auch ein „unbekannter“ Fall knacken.

Generell empfehle ich Euch daher, die Übungsfälle immer von A bis Z zu lösen, und Euch tiefer mit dem Schwerpunkt in dem jeweiligen Bereich auseinanderzusetzen. Sollte sich „Neuland“ oder „Vorgreifliches“ in der Klausur auftun, versucht, es Euch zunächst selbst zu erschließen! Es ist auch nicht immer erforderlich, eine vollständige Klausur zu fertigen.

Die drei Phasen der Klausurbearbeitung

Die Klausurlösung lässt sich grundsätzlich in 3 Phasen einteilen. Phase 1 umfasst die Sachverhaltserfassung. In der 2. Phase wird die Lösungsskizze gefertigt und in der 3. Phase wird die eigentliche Klausur geschrieben. Da Letzteres sehr zeitaufwendig ist, dürfte es in der Regel ausreichen, innerhalb von ein bis eineinhalb Stunden eine Lösungsskizze zu fertigen und sich damit auf die 1. und 2. Phase einer Klausurlösung zu konzentrieren. Anschließend solltet Ihr die Lösungsskizze mit der Musterlösung vergleichen. Wichtig ist dabei, dass Ihr auf die Einhaltung des Grundaufbaus und die richtige Schwerpunktsetzung achtet. Auf diese Weise lassen sich Lehren aus der Lösung bzw. aus begangenen Fehlern ziehen und eine Rückkopplung auf die Theorie schaffen.

Geeignete Fälle könnt Ihr aus Fallsammlungen oder aber vom Repetitor beziehen. Diese sollten stets eine Musterlösung aufweisen, sodass Ihr nach dem Schreiben/Gliedern Eure Lösung verlässlich abgleichen könnt.

Das ist auch schon das ganze Geheimnis! Viel Erfolg!

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