Für 500 Euro: Welches Studienfach belegte Günther Jauch nach dem Abitur?
A: Medizin, B: Jura, C: Weinbau, D: Journalistik
Die richtige Antwort lautet: B, Jura.
Wirklich lange hielt es den späteren Quizmaster allerdings nicht im Hörsaal.
Günther Jauch wurde am 13. Juli 1956 in Münster geboren und wuchs in Berlin auf. Nach dem Abitur begann er an der Freien Universität Berlin ein Jurastudium. Doch schon nach einem Semester war Schluss. Parallel hatte sich Jauch an der Deutschen Journalistenschule in München beworben und erhielt einen der begehrten Ausbildungsplätze. Für ihn offenbar die leichtere Entscheidung als so manche Millionenfrage: Er brach das Jurastudium ab, zog nach München und schloss dort 1977 seine journalistische Ausbildung ab.
Ganz verabschiedet hatte sich Jauch von der Universität damit zunächst noch nicht. An der Ludwig-Maximilians-Universität München studierte er anschließend Politik und Neuere Geschichte. Doch auch dieses Studium beendete er nicht. Seine journalistische Karriere nahm bereits zu viel Fahrt auf.
Vom Hörsaal ins Radiostudio
Seine ersten journalistischen Erfahrungen sammelte Jauch beim Sportfunk des RIAS Berlin. 1977 wechselte er in die Sportredaktion des Bayerischen Rundfunks. Später arbeitete er unter anderem als Redakteur und Hörfunkkorrespondent in Bonn.
Von 1985 bis 1989 moderierte Jauch gemeinsam mit Thomas Gottschalk die „B3-Radioshow“. Genau genommen gehörten den beiden unterschiedliche Sendezeiten: Gottschalk moderierte bis 16 Uhr, Jauch übernahm anschließend. Berühmt wurden vor allem die Minuten rund um den Moderatorenwechsel. Dann lieferten sich die beiden regelmäßig spontane Wortgefechte und stritten scherzhaft darüber, wer die bedeutenderen Gäste in seiner Sendung begrüßen durfte. Während Gottschalk vor allem Stars aus dem Showgeschäft empfing, setzte Jauch stärker auf Gäste aus der Politik.
Ein gefallenes Tor wird zur Fernsehgeschichte
Jauch machte sich bald auch im Fernsehen einen Namen. Er moderierte Sportsendungen, Unterhaltungsshows und ab 1990 das Magazin „stern TV“, das er mehr als zwei Jahrzehnte lang prägte.
Eine seiner berühmtesten Moderationen entstand allerdings ungeplant. Vor dem Champions-League-Halbfinale zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund fiel am 1. April 1998 im Stadion ein Tor um. Der Anpfiff verzögerte sich um 76 Minuten. Jauch und Fußballkommentator Marcel Reif mussten die Wartezeit live überbrücken und verwandelten die Panne mit ihrer improvisierten Moderation in ein Stück Fernsehgeschichte. Für den Auftritt erhielten sie den Bayerischen Fernsehpreis.
1999 folgte schließlich die Sendung, mit der Günther Jauch endgültig zum Publikumsliebling wurde: „Wer wird Millionär?“. Mehr als 25 Jahre später sitzt er noch immer auf dem Moderatorenstuhl und bringt Kandidatinnen und Kandidaten mit hochgezogenen Augenbrauen, langen Pausen und trockenem Humor aus dem Konzept. Von 2011 bis 2015 leitete er außerdem am Sonntagabend den politischen ARD-Talk „Günther Jauch“. Seine Karriere führte ihn damit doch noch regelmäßig zu politischen und gesellschaftlichen Streitfragen, nur eben nicht als Jurist.
Quizmaster, Mäzen und Winzer
Abseits des Fernsehens engagiert sich Jauch seit vielen Jahren für gemeinnützige und kulturelle Projekte. In seiner Wahlheimat Potsdam unterstützte er mit erheblichen Spenden unter anderem die Restaurierung historischer Bauwerke und engagierte sich für das Kinderhilfswerk „Die Arche“. Im Juni 2026 erhielt er für seinen langjährigen Einsatz für Kultur und Denkmalschutz den Verdienstorden des Landes Brandenburg, die höchste Auszeichnung des Landes.
Eine weitere Aufgabe fand Jauch im Weinbau. Gemeinsam mit seiner Frau Thea übernahm er 2010 das traditionsreiche Weingut von Othegraven in Kanzem an der Saar. Das Gut befindet sich seit 1805 in Familienbesitz und wird von den beiden in siebter Generation weitergeführt. Jauch bezeichnet sich allerdings nicht als ausgebildeten Winzer. Die Arbeit im Weinberg und im Keller überlässt er einem erfahrenen Team. Er selbst versteht seine Rolle eher als Bewahrer und Förderer des Weinguts.
Seit 2018 werden außerdem von ihm mitentwickelte Rot- und Weißweine unter seinem Namen im Lebensmittelhandel verkauft. Diese Cuvées dürfen jedoch nicht mit den Weinen des Familienweinguts verwechselt werden: Sie werden von einem anderen Unternehmen hergestellt.
Am 13. Juli 2026 feierte Günther Jauch seinen 70. Geburtstag. An Ruhestand scheint er trotzdem nicht zu denken. Er moderiert weiterhin „Wer wird Millionär?“ und bleibt damit ein ziemlich überzeugender Beweis dafür, dass ein abgebrochenes Jurastudium nicht das Ende einer Karriere sein muss. Manchmal ist es nur der früh eingesetzte Publikumsjoker.
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