Hunde auf der Speisekarte

Südkorea: Urteil mit Signalwirkung?

In Asien kann es durchaus vorkommen, dass sich Hunde auf der Speisekarte finden - der Verzehr von Hundefleisch ist beispielsweise in Südkorea Tradition. Doch damit soll bald Schluss sein - ein südkoreanisches Gericht hat nun die Schlachtung von Hunden zum Verzehr als rechtswidrig eingestuft.

 
Worum geht es?

In den meisten Ländern unvorstellbar, in Asien teilweise Tradition: Dort werden Hunde nicht nur als Haustiere gehalten, sondern sie werden auch gegessen. Allein in Südkorea werden Schätzungen der Nachrichtenagentur AFP zufolge, etwa eine Million Hunde pro Jahr gegessen und sind dort fester Bestandteil der traditionellen koreanischen Küche - rund 17.000 Hundefarmen soll es geben, auf denen die Hunde gezüchtet und anschließend geschlachtet werden. Gegen den Betreiber einer solchen südkoreanischen Hundefarm hat die Tierschutzorganisation Care geklagt: Dem Betreiber wurde dabei vorgeworfen, gegen Hygiene- und Bauvorschriften zu verstoßen und die Tiere „ohne berechtigten Grund“ zu töten.

 

Rechtliche Grauzone

Die Hygienebestimmungen dienen den Tierschutzorganisationen bislang als einziges Einfallstor, um Klagen gegen die Farmbetreiber überhaupt erst auf den Weg bringen zu können: Die Hundezucht zu Zwecken der Lebensmittelproduktion ist in Südkorea bisher gesetzlich nicht verboten - das Problem falle in eine rechtliche Grauzone. So griffen die Behörden auch bei internationalen Großereignissen, wie etwa bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ebenfalls auf Hygienevorschriften und Gesetze gegen grausame Schlachtmethoden zurück, um gegen Hundefarmen vorzugehen. Das Gericht in Bucheon hat jetzt erstmals das Töten von Hunden zum Verzehr als rechtswidrig erklärt. Das Urteil stammt bereits von April, die Begründungen wurden jedoch erst kürzlich durch die Richter des Regionalgerichts in Bucheon veröffentlicht. Danach heißt es, dass Fleischverzehr rechtlich kein ausreichender Grund sei, um Hunde töten zu dürfen.

 

Erhoffte Signalwirkung

Hundefleischgerichte kommen in Südkorea aber ohnehin immer mehr aus der Mode, da der Hund auch dort zunehmend als Freund und Haustier angesehen wird. Die Tierschützer erhoffen sich von dem Urteil eine Signalwirkung und dass die Hundefleischproduktion bald in ganz Südkorea als illegal eingestuft wird.

Die Vertreter der Hundefarmen kündigten jedoch ihren Protest an - sie wollen das Urteil nicht akzeptieren und forderten die Regierung zur Klarstellung ihrer Position auf.