Versuchte Anstiftung, § 30 I StGB

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Aufbau der Prüfung - Versuchte Anstiftung, § 30 I StGB

Die versuchte Anstiftung ist in § 30 I StGB geregelt. Der Aufbau entspricht in der Struktur dem Versuchsaufbau und ist daher vier- bzw. fünfstufig.

I. Vorprüfung

Die versuchte Anstiftung setzt zunächst eine Vorprüfung voraus. Diese Vorprüfung im Rahmen des § 30 I StGB entspricht strukturell dem Versuchsaufbau.

1. Keine vollendete Anstiftung

Zunächst muss die Anstiftung nicht vollendet worden sein.

2. Strafbarkeit (Verbrechenscharakter)

Weiterhin verlangt § 30 I StGB auch die Strafbarkeit der versuchten Anstiftung. Die versuchte Anstiftung ist nur dann strafbar, wenn ein Verbrechen vorliegt, die Tat also einen Verbrechenscharakter hat. Hier kann sich die Frage stellen, auf welche Person bei der Bestimmung des Verbrechens abzustellen ist.

II. Tatbestand

Auf die Vorprüfung folgt der Tatbestand.

1. Tatentschluss

Auch die versuchte Anstiftung verlangt einen Tatentschluss und ein unmittelbares Ansetzen. Tatentschluss bedeutet dabei Vorsatz, der auf alle Merkmale des objektiven Tatbestands gerichtet sein muss.

a) Vorsatz bezüglich der vorsätzlichen rechtswidrigen Haupttat

Das heißt für die versuchte Anstiftung, dass Vorsatz im Hinblick auf die vorsätzlich und rechtswidrig begangene Haupttat und bezüglich des Bestimmens vorliegen muss.

b) Vorsatz bezüglich des Bestimmen

2. Unmittelbares Ansetzen

Außerdem muss nach § 30 I StGB unmittelbar zur Anstiftung angesetzt worden sein.

III. Rechtswidrigkeit

Die Prüfung von Rechtswidrigkeit und Schuld verläuft ohne Besonderheiten.

IV. Schuld

(V. Strafe)

Zuletzt kann die versuchte Anstiftung es erforderlich machen, den Punkt Strafe zu prüfen. Hier kommt insbesondere eine Strafaufhebung nach § 31 StGB in Betracht.

 

Dieser Beschreibungstext wurde von Sören A. Croll erstellt.
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