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1. Examen/ZR/Gesellschaftsrecht

Prüfungsschema: GbR, §§ 705 ff. BGB

 

I.  Entstehung

1. Einigung (Gesellschaftsvertrag)

  • Mindestens zwei Personen (natürliche Personen, OHG, KG)
  • Gemeinsamer Zweck, insbesondere Leistung von Beiträgen
  • Bei kaufmännischem Zweck: OHG, §§ 105 ff. HGB

2. Wirksamkeit

  • Formfrei
  • Bei Unwirksamkeit: ggf. Grundsätze der „fehlerhaften Gesellschaft“.

II. Vertretung

  • Grundsatz: gemeinschaftliche Vertretung der GbR durch die Gesellschafter, §§ 709, 714 BGB (analog)
  • Ausnahme: Einzelvertretung, sofern vereinbart, § 714 BGB (üblich)

III. Haftung

1. Gesellschaft

  • Problem: Rechtsfähigkeit der GbR
  • aA: (-); Arg.: Wortlaut der §§ 714, 718 BGB („Gesellschafter“)
  • hM (Rspr.): (+); Arg.: Wortlaut des § 733 I BGB („Gesellschaftsvermögen“); Systematik (§ 191 II UmwG, § 14 II BGB, § 11 II InsO)

a) Rechtsgeschäftlich begründete Verbindlichkeiten, §§ 709, 714 BGB analog

b) Gesetzlich begründete Verbindlichkeiten, § 31 BGB analog

2. Gesellschafter

  • Problem: Haftung der Gesellschafter
  • aA: Theorie der Doppelverpflichtung, §§ 709, 714 BGB; Arg.: Konsequente Anwendung der Stellvertretungsregeln.
  • hM: Akzessorietätstheorie, § 128 HGB analog; Arg.: einheitliches Haftungssystem unabhängig vom Schuldgrund
  • Die Gesellschafter haften mit dem Gesellschaftsvermögen und mit ihrem Privatvermögen als Gesamtschuldner.
  • Haftung für Altverbindlichkeiten gem. § 130 HGB analog.

a) Rechtsgeschäftlich begründete Verbindlichkeiten

  • Nach beiden Auffassungen: (+)

b) Gesetzlich begründete Verbindlichkeiten

  • Nur nach der Akzessorietätstheorie

 

Dieser Beschreibungstext wurde von Sören A. Croll erstellt.