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1. Examen/ÖR/POR/HH

Prüfungsschema: Mehraktiges Vollstreckungsverfahren, §§ 3, 8 VwVfG

 

I. Ermächtigungsgrundlage: §§ 3, 8 ff. VwVG

  • Vorrangig: Standarmaßnahmen mit Vollstreckungselement
  • Problem: Abschleppmaßnahmen – in Hamburg durch § 14 I 2 SOG geregelt.
  • Bei Verbringung auf einen amtlichen Verwahrplatz: Sicherstellung, § 14 I 2 SOG
  • Bei bloßer Umsetzung: Ersatzvornahme, §§ 3, 8 ff. VwVG

II. Formelle Rechtmäßigkeit

1. Zuständigkeit

  • Grundsatz der Selbstvollstreckung

2. Verfahren, § 28 I VwVfG

  • Problem: Rechtsnatur von Vollstreckungsmaßnahmen
  • Streitentscheid kann immer dahinstehen. Selbst wenn in der Vollstreckungsmaßnahme eine konkludente Duldungsverfügung enthalten sein sollte, griffe § 28 II Nr. 5 VwVfG. Es bedarf also in keinem Fall einer Anhörung.

3. Form

  • Selbst wenn in der Vollstreckungsmaßnahme eine konkludente Duldungsverfügung enthalten sein sollte, griffe der Grundsatz der Formfreiheit, § 37 II VwVfG. Auch hier bedarf es keines Streitentscheids hinsichtlich der Rechtsnatur von Vollstreckungsmaßnahmen.

III. Materielle Rechtmäßigkeit

1. Vorliegen der Vollstreckungsvoraussetzungen

a) Grundverwaltungsakt („HDU-Verfügung“)

  • Verkehrszeichen sind i.d.R. Verwaltungsakte in Gestalt von Allgemeinverfügungen, § 35 S. 2, 3. Fall VwVfG

b) Wirksamkeit des Grundverwaltungsaktes

  • Verkehrszeichen werden gegenüber jedermann mit Aufstellen wirksam, wenn sie zur Kenntnis genommen werden können (sog. straßenverkehrsrechtlicher Bekanntgabebegriff des BVerwG)

c) Vollstreckbarkeit des Grundverwaltungsaktes, § 3 III VwVG

  • Bei Verkehrszeichen:  § 80 I 1 Nr. 2 VwGO analog; Arg.: Funktionsgleichheit („Blechpolizist“)

d) Rechtmäßigkeit des Grundverwaltungsaktes

  • Problem: Erforderlichkeit
  • aA: (+); Arg.: Rechtsstaatsprinzip
  • hM: (-); Arg.: Wortlaut; Rechtschutz nach § 80 V VwGO zumutbar

2. Vollstreckungspflichtigkeit, § 9 VwVG

3. Ordnungsgemäße Durchführung der Vollstreckungsmaßnahme

a) Zulässiges Zwangsmittel, § 11 VwVG

b) Hinweis und Fristsetzung, § 8 I VwVG

  • Ausnahme: Abgekürztes Verfahren, § 27 VwVG
  • Bei unmittelbarem Zwang: Androhung, § 22 SOG

c) Festsetzung, § 14 VwVG

  • Nur bei Zwangsgeld

d) Verhältnismäßigkeit, § 12 VwVG

 

 

 

Dieser Beschreibungstext wurde von Sören A. Croll erstellt.