Für die meisten ist es eine große Umstellung, Jura zu studieren, nachdem sie das Abitur gemacht haben. Der Unterschied zu früher ist, dass die Stoffmenge deutlich größer ist und dass Du weniger Anleitung/Betreuung bekommst, wie Du den Stoff bewältigen sollst. Viele Studienanfänger fühlen sich wie der Ochs vorm Berg. Der Trick ist, den Stoff abzuschichten und am Ball zu bleiben.

Die richtigen Quellen & Verbindliches Lernen

Das „Wissen“ bildet die Grundlage der juristischen Falllösung. Dabei ist zunächst die Verbindlichkeit des Lernens maßgeblich. Getreu dem Motto Qualität statt Quantität solltest Du dabei nicht blindwütig möglichst viele Quellen durcharbeiten, sondern Dich auf eine Quelle Deines Vertrauens (Lehrbuch, Skript, Jura Online) begrenzen.

Diese ist dann auch keinesfalls Wort für Wort auswendig zu lernen. Konzentrier Dich darauf, die Grundstrukturen (z.B. Prüfungsreihenfolgen), Definitionen und Probleme herauszuarbeiten.

Die Erfahrung zeigt, dass es besonders effektiv ist, eigene Übersichten als Grundlage verbindlichen Lernens zu fertigen. Wichtig ist aber, dass diese nicht mehr als 3 – 6 Punkte samt Definitionen und einer eventuellen Problemzuordnung umfassen.

Beim Lernen mit den Übersichten solltest Du darauf achten, dass Du den Gesamtüberblick nicht verlierst. Das soll heißen, dass Du nicht nur stur den Inhalt runterbetest, sondern die Übersicht stets in den Gesamtkontext einordnest.

Die richtige Zeiteinteilung

Ein Problem beim verbindlichen Lernen bereitet erfahrungsgemäß häufig die richtige Zeiteinteilung. Es lohnt sich, am Anfang einen Blick in das Inhaltsverzeichnis oder ein übungsbegleitendes Skript zu werfen, um überhaupt den benötigten Zeitaufwand realistisch einschätzen zu können. Die so gefundenen Themen solltest Du dann ihrem Umfang entsprechend in Deinen Zeitplan einpflegen.

Die Frage nach der richtigen Gewichtung und Zeiteinteilung stellt zugegebenermaßen eine große Herausforderung dar, bei der es zum einen auf Erfahrung und zum anderen auf einen umfassenden Überblick über den relevanten Studienstoff ankommt.

Regelmäßiges Wiederholen

Um das Erlernte auch zu behalten, solltest Du regelmäßig und gewissenhaft Wiederholungen einstreuen. Nach jeder einzelnen Einheit (z.B. „Anfechtung“) und am Ende eines jeden Abschnitts (z.B. BGB AT) solltest Du den jeweiligen Inhalt wiederholen und zwar nicht nur überblicksartig, sondern zu Einhundert Prozent.

Selbst wenn Du ab und zu den Eindruck hast, dass Dein Gedächtnis einem Sieb gleicht, weil längst sicher geglaubtes Wissen plötzlich im Universum verschollen zu sein scheint, lass Dich nicht entmutigen! Das ergeht jedem so. Da hilft nur regelmäßiges Auffrischen.

Genügend Fälle lösen

Das ganze Wissen nützt Dir allerdings nichts, wenn Du keine Fälle löst. Du musst also parallel zur Theorie eine ausreichende Anzahl von Fällen lösen, um fit für die Klausur zu sein.

Fälle findest Du in Fallsammlungen oder in Skripten oder online z.B. bei uns auf Jura Online.

Viele Studenten machen dabei den Fehler, erst die gesamte Theorie zu trainieren, bevor sie sich an die Fälle wagen. Auch wenn es dem „Perfektionisten“ in Dir weh tut, über Dinge zu schreiben, von denen Du gefühlt keine Ahnung hast. Tu es trotzdem – Du lernst aus eventuellen Fehlern und es hilft Dir beim Lernen und in der Klausur!