Die meisten Professoren geben zu Beginn ihrer Vorlesung eine Liste mit „Literaturhinweisen“ bzw. „Literaturempfehlungen“ aus. Da kann leicht der Eindruck entstehen, dass Du alles kaufen musst, um den Stoff zu lernen. Dem ist nicht so. Bevor Du anfängst, viel Geld auszugeben, erhältst Du auf den folgenden Seiten einen kleinen Überblick darüber, welche Arten von Fachliteratur es gibt und welche Fachliteratur Du wozu brauchst.

1. Lehrbücher

Lehrbücher sind abstrakte Darstellungen eines bestimmten Teilrechtsgebiets (z.B. Brox/Walker, BGB AT).

„Abstrakt“ hat dabei weniger etwas mit „abstrakter Kunst“ zu tun, sondern besagt nur, dass in dem Lehrbuch keine konkreten Fälle gelöst werden. Du bekommst also nur, aber immerhin einen theoretischen Überblick über das Teilrechtsgebiet.

Für fast alle Teilrechtsgebiete gibt es nicht nur ein Lehrbuch, sondern viele Lehrbücher. Sie unterscheiden sich teilweise erheblich im Umfang und der Art und Weise der Darstellung.

Empfehlung: Die meisten Studenten entscheiden sich dafür, ein „Standardlehrbuch“ zu kaufen. Du brauchst also normalerweise nicht mehrere Lehrbücher für eine Vorlesung. Außerdem solltest Du nicht das „dickste“ und das „dünnste“ kaufen.

2. Fallsammlungen

Außerdem gibt es sogenannte Fallsammlungen. Dort findest Du Fälle mit ausformulierten Lösungen. Fallsammlungen sind nützlich, damit Du die Theorie (die Du z.B. mit dem Lehrbuch gelernt hast) am konkreten Fall anwenden kannst.

In den Klausuren und Hausarbeiten, die Du während Deines Jurastudiums schreiben wirst, musst Du immer Fälle lösen. Es wird nicht nur abstrakte Theorie abgefragt. Dabei wirst Du feststellen, dass es nicht immer leicht ist, die theoretischen Bausteine auf den Fall anzuwenden. Deshalb ist es wichtig, dass Du auch eine ausreichende Anzahl von Fällen gewissermaßen zur Anschauung hast. Die Fallsammlungen sind hierzu eine gute Quelle.

3. Skripte

Skripte sind stärker klausurorienterte Darstellungen. Sie enthalten in der Regel Prüfungsschemata und häufig auch Fallbeispiele. Die meisten Skripten werden von Repetitorien herausgegeben, die sich auf die private Vorbereitung auf das Examen spezialisiert haben.

Die Skripten erfreuen sich aber auch schon in den jüngeren Semestern großer
Beliebtheit, weil sie sich auf das für die Klausur Wesentliche beschränken. Skripte werden von vielen Studenten sogar als Ersatz für Lehrbücher und Fallsammlungen gekauft. Professoren sparen die Skripten allerdings regelmäßig aus ihren Literaturempfehlungen aus, weil sie nicht „wissenschaftlich“ sind. Eine gute Ergänzung für die Klausur sind sie allemal.

IV. Kommentare

Sofern die Literaturliste Deines Professors auch Kommentare enthält, solltest Du wissen: Kommentare eignen sich nicht zum Lernen. Kommentare sind Nachschlagewerke, in denen Du nach Paragrafen sortiert z.B. Anmerkungen oder weitere Literaturhinweise findest.

Kommentare brauchst Du z.B. für die Hausarbeiten, die Du im Laufe Deines Studiums schreiben musst. Für die Klausuren sind sie häufig verboten.

Normalerweise lohnt es sich nicht, Kommentare zu kaufen. Kommentare sind vergleichsweise teuer und Du findest sie immer in der Bibliothek.

V. Zeitschriften

Es gibt eine Vielzahl von juristischen Fachzeitschriften. Die bekanntesten sind die „JuS“ und die „NJW“.

In Zeitschriften findest Du Aufsätze zu aktuellen Themen. Außerdem werden dort auch aktuelle Gerichtsentscheidungen abgedruckt.
Zeitschriften sind zum eigentlichen systematischen Lernen des Stoffes eher ungeeignet. Aber es kann nie schaden, juristisch „auf dem Laufenden“ zu sein.

Dies gilt später insbesondere in der mündlichen Prüfung. Du findest die wichtigsten Zeitschriften in der Bibliothek.